Geschichte der GV Penthesilea

Die Gründung
Schon seit längerer Zeit bestand bei einigen Gymnasiastinnen das Interesse an einer Studentenverbindung. Sie wollten einerseits den Kontakt zwischen den 5. bis 7. Gymlerinnen als auch zu anderen Studentinnen und Studenten aus der ganzen Schweiz pflegen, das "wahre" Studentenleben erfahren...

Daher erkundigte sich die 5. Gymlerin Romina Campanile ein wenig genauer bei ihrem Bruder Fabrizio Campanile v/o Spargel, Altherr der Rotacher. Dieser ermutigte sie, selbst eine Frauenverbindung zu gründen, da die Rotacher - und bis anhin auch der StV in Appenzell - eine reine Männerdomäne waren. Eine Angliederung an die Rotacher stand nie wirklich zur Diskussion, da dies wahrscheinlich seitens der Altherrenschaft wenig Anklang gefunden hätte.

So trafen sich am 25. März 1993 acht 5. Gymlerinnen im Rekraum des Gymnasiums, um diese Idee in die Tat umzusetzen: Die Verbindung VULPES AETERNAE wurde aus der Taufe gehoben. Noch am selben Abend benannten sich die Gründungs-Mitglieder mit folgenden Vulgos: Romina Campanile v/o Ozonia, Ingrid Schmocker v/o Delta, Claudia Perle v/o Germania.
Die Vulgos von Barbara Uffer v/o Torera, Priska Jansen v/o Soprania, Susanne Düggelin v/o Pandora und Manuela Breitenmoser v/o Absentia, welche am Gründungsabend nicht dabei sein konnte, wurden nachträglich geändert, da sie bei nüchterner Betrachtung wohl nicht mehr so glorreich schienen. Barbara wurde als Tamina bekannt, Priska hiess fortan Rumba, Susanne wurde zu Zora und Manuela nannte sich Luna. Nur am Gründungsabend dabei waren Yasemin Sahin v/o Ofra und Beatrice Mock v/o Natura.

Die Verbindungspatronin
Auch der Verbindungsname VULPES AETERNAE wurde später noch geändert, denn die Gründungsmitglieder waren weder ewige Fuxen, noch wollten sie dies sein. Ein wohlklingender, aus einem Wort bestehender Name, der womöglich etwas mit starken Frauen zu tun haben sollte, war gefragt. Da die 5. Gymlerinnen damals gerade Heinrich von Kleists Werk PENTHESILEA im Deutschunterricht lasen, beschlossen sie, diese Anführerin eines Amazonenstaates - trotz rabiaten Methoden in der Geschichte - zur Namenspatronin der jungen Verbindung zu erküren.

Farben und Couleurstrophe
Zu einer richtigen Verbindung gehören natürlich auch Couleurs und eine dazu passende Strophe. Die Gründungsmitglieder bevorzugten dunkle, elegante Töne, daher beschlossen sie, fortan in Bordeaux, Weiss und Dunkelgrün Farbe zu bekennen. Ihre Häupter sollten schon bald bordeauxfarbene Schlappmützen mit handgesticktem Zirkel (ebenfalls von den Gründungsmitgliedern entworfen) zieren. Rumba und Tamina liessen sogleich ihrer poetischen Schöpfungskraft freien Lauf, als sie den Text der Couleurstrophe verfassten. Anschliessend baten sie den Musiklehrer Stephan Holenstein, zum identitätsstiftenden Text eine würdige, einprägsame Melodie zu komponieren.

Das erste Komitee
An einem späteren Stamm wurden die Chargen des ersten Komitees festgelegt: Als erste Seniorita waltete die Gründungsinitiantin Campanile v/o Ozonia, ihr zur Seite standen die Conseniorita Luna sowie die Aktuarin Germania. Rumba wurde mit dem Amt des hohen Contra betraut und Tamina freute sich als Fuxmajor auf die baldige Aufnahme von Fuxen.

Die Gründungsmitglieder hatten hingegen von Anfang an alle den Status einer Dame. Obwohl sich der Begriff "Bursch" aus dem althochdeutschen "bursa" (Studentenwohnheim; Geldbörse) ableitet und somit historisch gesehen keine männliche Bezeichnung ist, wurde dennoch die Bezeichnung "Dame" gewählt. Dies, weil es einerseits für Aussenstehende leichter verständlich ist und andererseits, weil wir uns als erste reine Frauenverbindung und Novum dieser Art auch von den anderen Verbindungen unterscheiden dürfen.

Ziele
Die primären Ziele der jungen Verbindung waren einerseits die Aufnahme in den Dachverband SchwStV, andererseits aber auch als reine Frauenverbindung akzeptiert zu werden und ein mögliches Vorbild für andere Frauen an Mittelschulen zu sein, jedoch ohne Emanzipationshintergründe.

Das Zentralfest 1993 des SchwStV in Appenzell bot daher eine ideale Gelegenheit, die Verbindung nach aussen bekannt zu machen und gleichzeitig wertvolle Freundschaften zu anderen Verbindungen zu knüpfen. Der Bekanntheitsgrad stieg und so gelang es, dass die Penthesilea im August 1994 an der GV Sion offiziell als Sektion in den SchwStV aufgenommen wurde.

Auch das folgende Farbenjahr stand noch ganz im Zeichen der Erweiterung des Kontaktnetzes sowie der Festigung bestehender Strukturen. So hatte sich das dritte Komitee unter Simone Hälg v/o Kodoix (1995) zum Ziel gesetzt, den Zusammenhalt sowohl innerhalb der Verbindung zu stärken, als auch ein verstärktes Auftreten gegen aussen zu pflegen. Daher nahm die Penthesilea im Juni 1995 zum ersten Mal an der Fronleichnamsprozession teil, womit auch der religiöse Aspekt der Verbindung abgedeckt wurde.

Erste Schärpen
Der Schlusskommers im Juni 1995 bot gleich mehrere Gründe zu feiern: Zum einen durfte sich das Komitee in weissen Blusen (gespendet von Sepp Regli v/o Postillion) und edlen Schärpen (gespendet von Eugen Hälg v/o Chrüüter, Bruno Haag v/o Füecht und Bernhard Gyr v/o Hebrächt) präsentieren. Des weiteren wurden im SS1995 ausnahmsweise bereits Spefuxen aus dem 4.Gym eingeladen, da die Fuxenzeit sonst ein wenig kurz geraten wäre. Nicht zuletzt galt es auch die drei ersten Penthesilea-Neomaturae zu feiern: Barbara Uffer v/o Tamina, Priska Jansen v/o Rumba, sowie Manuela Breitenmoser v/o Luna.

Organisatorisches
Auf einen Beitritt zur Gymnasia wurde 1995 zugunsten verbindungsinterner Projekte vorläufig verzichtet, da man sich noch nicht über gesicherten Nachwuchs freuen konnte. Zudem standen Ziele wie zum Beispiel die Gründung eines Altdamenbundes sowie die Suche nach einer geeigneten Patenverbindung im Vordergrund.

Nach der Genehmigung der Statuten im selben Jahr durch das Zentralkomitee, galt es nun an einem kontinuierlichen Kommersablauf festzuhalten, vor allem im Hinblick auf die Ausarbeitung eines Komments. Dank der freundlichen Unterstützung von einigen anderen Verbindungen konnte dieses Vorhaben 1996 unter der hohen Seniorita Eveline Gmünder v/o Whoopy realisiert werden. Die erste Couleurkarte, gespendet von Isabelle Eugster v/o Libertà wurde im Juni 1996 verkauft.

Die Gründung der Altdamenschaft
Obwohl Tamina, Rumba und Luna bereits Ende SS1995 aus der Aktivitas entlassen worden waren, musste die offizielle Gründung der Altdamenschaft noch ein Jahr auf sich warten lassen. In dieser Zeit befassten sich Priska Jansen v/o Rumba und Barbara Uffer v/o Tamina mit der Ausarbeitung der Statuten. Am 8. Juni 1996 schliesslich, als die zweite Generation ebenfalls die Matura abgeschlossen hatte, konnte die frischgebackene Altdamenpräsidentin Tamina 14 Neomaturae sowie zwei Ehrenaltdamen in ihren Bund aufnehmen.

Zum Aufbau und zur Erweiterung des Altdamenbundes wurden viele StVerinnen um Unterstützung angefragt. Im Laufe der folgenden zwei Jahre konnten schliesslich einige Ehrenaltdamen aufgenommen werden, welche den Penthesileanerinnen mit Rat und Tat zur Seite standen.

Patenverbindungen
Die Suche nach Patenverbindungen verlief erfolgreich: Nachdem Ingrid Schmocker v/o Cascade (Delta) der AV Leonina in Fribourg sowie Karin Mathis v/o Quickly (Monrovia) der AV Welfen in Zürich beigetreten waren, erklärten sich diese beiden Verbindungen bereit, die Patenschaft der GV Penthesilea zu übernehmen. Dieses Ereignis wurde am 1. Februar 1997 in Zürich bei einer Patenkneipe unter Thomas Mannsdorfer v/o Times (Leonina), Birgit Baumgartner v/o Lady (Welfen) und Eveline Gmünder v/o Whoopy (Penthesilea) bekräftigt.

Am selben Abend übernahm Anita Dobler v/o Najade das Zepter in der Verbindung. Erstmals bestand das Komitee mangels Aktivitas nur aus vier Chargen.

Der vorübergehenden Mitgliederflaute konnte ein Jahr später glücklicherweise entgegengewirkt werden. Wegen der neuen MAV wurden am 7. März 1998 neben zwei 5. Gymlerinnen erstmals auch acht 4. Gymlerinnen fuxifiziert, da diese ebenfalls nur noch drei Jahre bis zur Matura zu absolvieren hatten.

5-Jahre-Jubiläum
So konnte am 21. März das Jubiläum zum 5-jährigen Bestehen unserer Verbindung wieder mit einer grösseren Aktivitas gefeiert werden. Am folgenden Tag hatte das Warten endlich ein Ende: Die erste Fahne der GV Penthesilea, gestiftet von unseren Patenverbindungen AV Leonina und AV Welfen, wurde in der Kollegikapelle feierlich eingeweiht. Von nun an konnten wir uns voller Stolz an der Fronleichnamsprozession präsentieren und mussten nicht mehr mit dem Banner des TSV Kollegi Vorlieb nehmen.

Altdamen im Komitee
Im Frühjahr 1998 stand ebenfalls wieder eine Chargenübergabe an. Trotz des zehn Mitglieder starken Stalles sah man sich erneut mit einem Komiteeproblem konfrontiert. Da man die neu aufgenommenen Mitglieder nicht gleich damifizieren und mit Chargen betrauen wollte, erklärten sich fünf Altdamen unter Simone Hälg v/o Kodoix erneut bereit, das Komitee nochmals für ein halbes Jahr zu übernehmen.

Doch es war keine einfache Zeit: Als Altdame, Hochschul-Fux und gleichzeitig noch Seniorita der Penthesilea stiess Kodoi eher auf kritische Blicke als auf Verständnis. Sie und ihre Conchargen liessen sich jedoch nicht beirren und glaubten an das Weiterbestehen der Penthesilea. So wurde die Verbindung denn auch am Zentralfest in Engelberg für ihren Mut, ihre Einzigartigkeit und den Elan, mit welchem sich die Altdamenschaft um die Aktivitas kümmerte, bewundert.

Mitgliederflaute
Nach sehr kurzer Fuxenzeit wurden die zehn Fuxen in den Stand von Damen erhoben, damit die Verbindung daraufhin wieder von Aktiven gelenkt werden konnte. Das Komitee unter der hohen Seniorita Anita Kegel v/o Aurora hatte es nicht leicht, wurden sie doch regelrecht ins kalte Wasser geworfen. Trotz intensiver Bemühungen blieben die Fuxen in diesem Jahr aus. Auch die Rotacher konnten keinen Zuwachs verzeichnen, scheinbar handelte es sich also um eine StV-desinteressierte Klasse.

Die Zukunft der Penthesilea stand weiterhin auf wackligen Beinen, was die Aktivitas jedoch nicht daran hinderte, die studentischen Kontakte zu pflegen und stets neue zu knüpfen. So erhielten sie beispielsweise einmal Besuch von der GV Monte Pacis aus Gossau, welche als Frauenverbindung von der - wenn auch kurzen - Erfahrung der Penthesilea zu profitieren hoffte.

Aufschwung
Im Sommer 1999 gelang es dann erstmals wieder, eine stattliche Anzahl Spefuxen an die Stämme zu locken. Unter dem neuen Komitee mit Lea Mazenauer v/o Comedyx an der Spitze wurde ein gemeinsames Fuxenwerbungsprojekt mit den Mittelschulverbindungen der Region - den Rotachern, der Abbatia Wilensis, der Monte Pacis und der Corona Sangallensis - in Angriff genommen. Die Bemühungen trugen Früchte, durften doch am 12. Januar 2000 an einer Fuxifikations-Kreuzkneipe mit der Abbatia Wilensis sechs neue Mitglieder das Penthesilea-Couleur in Empfang nehmen.

Die Kontakte zu den benachbarten Verbindungen wurden fortan intensiver gepflegt und mit ein bis zwei Mehrfärbern pro Jahr bekräftigt. Auch in Zukunft sind solche Kommerse weiterhin geplant.

Erste Penthesileanerin im Zentralkomitee
Anlässlich der GV 2000 in Wil wurde mit Ingrid Schmocker v/o Cascade erstmals eine Altdame der Penthesilea ins Zentralkomitee gewählt. Als Mitbegründerin (Delta) der ersten Frauenverbindung im SchwStV vermochte sie die GV Monte Pacis bei ihrem Gedeihen zu unterstützen. Gleichzeitig trug sie zur Vergrösserung des Bekanntheitsgrades der Penthesilea bei.

Bereicherung des Semesterprogramms
In der folgenden Zeit wurden wieder regelmässig WACs zur Bereicherung des Semesterprogramms durchgeführt. Während der Amtszeit von Nadine Niederhauser v/o Zorax fand eine Besichtigung der Biokosma AG in Ebnat-Kappel statt.

Das neue Komitee unter der Leitung von Sonja Loosli v/o Arc-en-cielx machte den WAC zum Thema expo.02 für alle Schüler der oberen Klassen sowie den WAC über Bildungspolitik auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der "GV-Effekt"
Dank einem äusserst gelungenen Zentralfest in Appenzell konnten am 14.September 2002 acht neue Fuxen in den Stall aufgenommen werden, nachdem im Vorjahr mit zwei Mitgliedern ein etwas kleinerer Zuwachs zu verzeichnen war. Dieser sogenannte "GV-Effekt" hielt auch im folgenden Semester noch an, was sich vor allem in Form von stärkerer Verbundenheit und Begeisterung gegenüber dem StV äussert.

Internetauftritt
Da eine Homepage als Publikationsorgan eines Vereins in der heutigen Zeit kaum mehr wegzudenken ist, folgte auch die GV Penthesilea diesem Trend. René Hassanein v/o Tempo verdanken wir unser erstes virtuelles Zuhause auf http://www.gv-penthesilea.ch, welches seit der Aufschaltung am 5. Januar 2003 rege benutzt und aktuell gestaltet wird.

Eigener Schaukasten
Seit Mitte März 2003 ist die Penthesilea auch mit einem Schaukasten gleich neben jenem der Rotacher präsent. So muss unsere Fahne nicht mehr in der Dunkelheit des Archivs ruhen, sondern kommt voll zur Geltung. Ebenfalls zu bestaunen gibt es dort diverse Fotos sowie den Stammbaum, der bis in die Gründerzeit zurück reicht.

10-Jahre-Jubiläum
Mit der Chargenübergabe anlässlich eines weiteren Fünffärbers in St.Gallen mit den Mittelschulverbindungen der Region fiel der Startschuss ins Jubiläumssemester. Das neue Komitee unter der Jubelseniorita Anina Brunner v/o Allegra durfte gleich einen Neofuxen in der Verbindung begrüssen.

Den absoluten Höhepunkt des Semesters bildete schliesslich der Festkommers am 21. März 2003 im Restaurant Löwen, wo uns viele Verbindungen durch ihren Besuch beehrten. Das Komitee präsentierte voller Stolz die ersten sechs Fläuse, welche dank grosszügiger Unterstützung von Spendern allerseits angeschafft werden konnten. Die tadellose Organisation sowie die ausgelassene Stimmung garantierten einen unvergesslichen Anlass.

Am folgenden Tag bot der Kollegiball im Romantikhotel Säntis Gelegenheit, das Tanzbein zu schwingen. Diese wurde denn auch nicht nur von Rotachern und Penthesileanerinnen, sondern auch von Lehrern und Schülern rege genutzt, wodurch auch dieser Anlass zu einem vollen Erfolg wurde.

Ein weiteres Jubiläumsgeschenk wurde uns am 4.April 2003 bei einem gemütlichen Pizzaessen in Rapperswil überreicht. Die GV Markovia liess für alle fünf Komitee-mitglieder Steingut-Bierkrüge mit Zinndeckel herstellen, welche wir fortan stolz an unseren Kommersen präsentieren - und natürlich auch benutzen - können.

Sonja Loosli v/o Arc-en-ciel